Ich breche mein Schweigen:
Aus dem Alltag bei der PARQ energy GmbH
About
Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Statement jemals verfassen soll. Lange genug, um mir einzureden, dass sich die Dinge vielleicht doch noch ändern. Dass irgendwann jemand Verantwortung übernimmt. Dass irgendwann offen ausgesprochen wird, was intern längst jeder wusste. Aber dieser Moment kam nie. Stattdessen wurde geschwiegen, vertuscht, beschönigt und weitergemacht. Deshalb schreibe ich heute. Nicht aus Rache. Nicht aus Verbitterung. Sondern weil ich nicht länger Teil dieses Schweigens sein will.
Zwischen Schein und Wirklichkeit
Meinen Namen kann ich aus Selbstschutz natürlich nicht nennen. Was ich aber sagen kann ist, dass ich viele Jahre bei PARQ energy gearbeitet habe. Lange genug, um nicht mehr an Ausreden zu glauben. Lange genug, um die Diskrepanz zwischen Außendarstellung und Wirklichkeit zu erkennen. Nach außen inszeniert sich PARQ energy als Unternehmen mit Haltung: nachhaltige Energielösungen, Investitionen in Photovoltaikanlagen, Zukunft, Verantwortung, wirtschaftliche Vernunft und ökologische Sinnhaftigkeit. Es ist die perfekte Erzählung für Menschen, die ihr Geld angeblich sinnvoll, modern und gewinnbringend einsetzen wollen. Man verkauft nicht einfach ein Produkt. Man verkauft ein gutes Gewissen. Man verkauft Hoffnung. Man verkauft das Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen.
Ein Blick hinter die bröckelnde Fassade
Doch hinter dieser Fassade liegt etwas anderes. Etwas, das ich über lange Zeit selbst nur stückweise begreifen wollte. PARQ energy wirkte nach innen nicht wie ein stabiles Unternehmen mit gesundem Fundament, sondern zunehmend wie ein Konstrukt, das nur noch durch neue Versprechen, neue Einzahlungen und ständige Vertröstungen aufrechterhalten wurde. Die interne Bilanz war erschreckend schwach. Die Lage war schlecht. Schlechter, als es jemals nach außen kommuniziert wurde. Es gab intern genug Hinweise, dass die wirtschaftliche Situation nicht tragfähig war und trotzdem wurde weiter so getan, als sei alles auf Kurs.
Der Ausbau der Anlagen verlief schleppend. Viel schleppender, als Kunden gesagt wurde. Zeitpläne wurden nicht eingehalten und Ziele intern verfehlt, während nach außen weiter Optimismus verbreitet wurde. Was Anlegern in Aussicht gestellt wurde, hatte immer weniger mit dem zu tun, was tatsächlich umgesetzt werden konnte. Es gab eine Welt der Präsentationen, des Vertriebs und der schönen Worte und es gab die Realität. Diese beiden Welten hatten irgendwann kaum noch etwas miteinander zu tun.
Besonders schlimm war der Umgang mit den Kunden. Menschen, die investiert hatten, begannen Fragen zu stellen.
Anstatt ehrlich zu antworten, wurde intern eine andere Linie vorgegeben. Wir wurden dazu angehalten Fragen auszuweichen, zu beruhigen, zu vertrösten und notfalls gar nicht zu reagieren. Kunden sollten hingehalten werden. Kritik sollte versanden. Wer zu viel nachfragte, wurde als lästig empfunden. Wer Antworten wollte, bekam Floskeln oder Schweigen.
“Wo bleiben Auszahlungen?”
“Warum verzögert sich alles?”
“Warum stimmen frühere Aussagen nicht mehr mit der Wirklichkeit überein?”
“Warum werden plötzlich zusätzliche Zahlungen verlangt?”
Die Fassade auf Kosten der Anleger
Es war, als müsse eine Fassade um jeden Preis aufrechterhalten werden, selbst wenn dahinter längst Risse durch alle Wände liefen. Gleichzeitig sollten wir an Kunden immer neue Nachforderungen rausschicken. Das hatte oberste Priorität. Diese weiteren Zahlungen sollten angeblich für neue Entwicklungen, für Verzögerungen, für Absicherung oder für notwendige Anpassungen sein. Doch intern drängte sich immer stärker der Eindruck auf, dass hier nicht entwickelt, sondern versucht wird, ein Luftschloss mit immer neuem Geld in der Schwebe zu halten.
Abwesende Verantwortung
Wer in einer gesunden Firma arbeitet, erkennt Führung in schwierigen Zeiten daran, dass Verantwortliche präsent sind, Entscheidungen erklären und sich kritischen Fragen stellen. Bei PARQ energy habe ich das Gegenteil erlebt. Gerade in schwierigen Phasen waren die Chefs selten im Büro, viel im Urlaub oder über lange Zeiträume kaum erreichbar. Wenn Probleme eskalierten, blieben andere zurück, um die Unruhe aufzufangen. Die Mitarbeiter standen an der Front, während die Verantwortlichen sich entzogen. Nach innen herrschte Druck. Nach außen wurde weiter Ruhe und Kontrolle ausgestrahlt. Diese Kombination war unerträglich.
Wie PARQ energy seinen Vertrieb macht
Abschlüsse statt Aufklärung
Auch die Auswahl der Vertriebsdienstleister sprach Bände. PARQ energy arbeitet mit Helio Connect, Ohana Invest, Frank Finanzplanung, SunPeak Capital und Deutsche EnergieZukunft zusammen. Entscheidend war aus meiner Sicht dabei nicht, wer besonders seriös, transparent oder gewissenhaft arbeitete. Entscheidend war, wer bereit war, kompromisslos zu verkaufen. Wer kalt akquirierte. Wer drängte. Wer Dinge schöner darstellte, als sie waren. Wer bereit war, Risiken kleinzureden und Erwartungen hochzuschrauben. Es ging um Abschlüsse, um Geld und Wirkung nach außen. Niemals um saubere Aufklärung.
Zwischen Zweifel und Verdrängung
Ich habe Gespräche erlebt, in denen Zweifel bewusst überspielt wurden. Ich habe gesehen, wie Probleme relativiert wurden, obwohl intern längst bekannt war, wie ernst sie waren. Ich habe mit ansehen müssen, wie Menschen eine Sicherheit vermittelt bekamen, die in dieser Form gar nicht existierte. Und ich habe zu lange geschwiegen, weil man sich in solchen Systemen irgendwann einredet, dass die Wahrheit später schon noch gesagt wird. Dass es irgendwann einen Punkt der Ehrlichkeit gibt. Aber dieser Punkt wird in solchen Konstrukten immer weiter verschoben.
Schweigen schützt die Falschen
Irgendwann bleibt nur die Erkenntnis, dass Schweigen kein neutraler Zustand ist. Schweigen schützt nicht die Anleger. Schweigen schützt nicht die Mitarbeiter, die mit den Folgen leben müssen. Schweigen schützt nur diejenigen, die Zeit gewinnen wollen. Zeit, um weiterzumachen. Zeit, um weitere Nachzahlungen zu verlangen. Zeit, um weiter an einer Geschichte festzuhalten, die mit der Realität immer weniger zu tun hat.
Es tut mir leid
Ich weiß, dass dieses Statement Folgen haben kann. Aber ich weiß auch, dass es Menschen gibt, die ihr Vertrauen, ihr Geld und vielleicht auch ihre Zukunft in dieses Modell gelegt haben. Diese Menschen verdienen die Wahrheit. Sie verdienen mehr als leere Versprechen, ausbleibende Antworten und ein System, das nur noch versucht, seinen eigenen Zusammenbruch hinauszuzögern. Ich war zu lange Teil dieses Systems und habe es mir schön geredet. Ich bin selbst in jungen Jahren mit viel Enthusiasmus in die Branche eingestiegen und schließlich zu PARQ energy gekommen. Ich habe daran geglaubt, wirklich etwas Gutes tun zu können und habe vielleicht aus diesem Grund zu lange die Augen verschlossen. Ich dachte, wenn wir uns erstmal fangen, dann geht es bergauf und wir bewirken was. Dieser Augenblick blieb bis zum Ende leider aus. Jetzt möchte ich vor diesem Modell und speziell vor PARQ energy eindringlich warnen. Es tut mir leid, dass ich diesen Schritt nicht schon früher gegangen bin.